

|
MYSTIK (Franziska Romana) |
|
Franziska Romana sieht die Armen Seelen und das Fegfeuer Der Biograph Bussierre beschreibt die Fegfeuervision anhand der Kanonisationsakten und anderer Zeugnisse der heiligen Franziska von Rom. Der Engel führte nun unsere Heilige von der Hölle zum Ort der Reinigung. Auch er ist nach drei Klassen von Büßern in drei Regionen geteilt. Lebendige und brennende Flammen erfüllen auch das Fegfeuer. Aber weit entfernt, brennend und zugleich verfinsternd zu sein, verbreiten sie hier eine glänzende Klarheit. Die Seelen, die sich im Fegfeuer befinden, wissen, daß sie, um herrlich wiedergeboren zu werden, von allen ihren Makeln geläutert sein müssen. Ihre Leiden gleichen denen der Hölle, aber sie sind versüßt durch die heilige Liebe Gottes, durch den Willen seiner Gerechtigkeit, sich zu unterwerfen, und sind begleitet von Hoffnung und Sehnsucht. Die Hoffnung unterstützt und tröstet die Seelen während der Zeit ihres sühnenden Schmerzes. Die unaussprechliche Sehnsucht, die sie nach dem höchsten Gut hintreibt, dessen sie noch beraubt sind, ist die härteste ihrer Strafen, aber das Gefühl der Reinigung, das sich in ihnen nach und nach bemerkbar macht, und der Duft, den sie fühlen, um der ewigen Gerechtigkeit Genugtuung zu leisten, sind zu gleicher Zeit so mächtig, daß sie nicht aus dem Bereich der leidenden Kirche herausgehen möchten, bevor sie nicht dem Richter der Lebendigen und der Toten mit dem neuen Gewand der Unschuld sich vorstellen könnten, denn nichts Unreines kann in den Himmel eingehen. Es wurde Franziska geoffenbart, daß der Sünder, der gebeichtet hat und losgesprochen wird, selten die nötige Reue gehabt hat, um die zeitlichen Strafen zu tilgen. Der Grund dafür sind die auferlegten Bußen, die unzureichend sind. |