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MYSTIK (Katharina Emmerich) |
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Anna Katharina Emmerich besucht das Fegfeuer Die Dienerin Gottes sah oft den Zustand der Armen Seelen im Fegfeuer und zuweilen auch den der Verworfenen. Zu Beginn April 1813 sprach sie zu Dechant Rensing, dem sie während der kirchlichen Untersuchung im Auftrage des Generalvikars Droste alle Vorkommnisse mitteilen musste: «Ich war heute Nacht im Fegfeuer. Es war mir, als werde ich in einen tiefen Abgrund geführt. Ich sah einen großen Raum. Es ist rührend, anzusehen, wie die Armen Seelen darin so still und traurig sind. Sie haben aber doch etwas im Gesicht, als tragen sie noch Freude im Herzen im Andenken an die Barmherzigkeit Gottes.» Am 2. November 1819 sprach sie zu Clemens Brentano: «Ich kam mit meinem Führer in einen Seelenbehälter, einen düsteren Ort. Ich ging weit darin umher und tröstete. Die Seelen sah ich teilweise wie zur Hälfte, teilweise bis an den Hals, überhaupt mehr oder weniger in Finsternis getaucht. Sie waren nebeneinander, aber jede wie in einem getrennten Kerker. Einige litten Durst, andere Kälte, andere Hitze. Sie konnten sich nicht helfen und waren in unendlicher Qual und Sehnsucht. Ich sah sehr viele erlöst werden. Ihre Freude war unaussprechlich.» «Ich kann mir nicht recht denken, in welcher Gegend das Fegfeuer eigentlich ist. Meistens gehe ich gegen Mitternacht (Norden) und muss durch einen dunklen Übergang und muss viele Schwierigkeiten und Hindernisse überwinden, wie solche von Wasser, Schnee, Morast, Dornen und dergleichen zu kommen pflegen. Dann ist es oft, als steige ich auf dunklen, grundlosen Wegen wieder wie unter die Erde 30 und komme dann in Räume von verschiedener Düsterheit, Nebel, Kälte, Unheimlichkeiten aller Art und dann von einem Raum in den andern zu Seelen, die höher oder tiefer, mehr oder weniger zugänglich sind. |