MYSTIK (Gemma Galgani )

Gemma Galgani hilft einer Ordensfrau im Fegfeuer

Die im Jahre 1903 verstorbene Gemma Galgani starb als Sühnopfer Jesu. Ihr Biograph, Pater Germanus vom heiligen Stanislaus, schreibt im 30. Kapitel:

Nun noch etwas über Gemmas Eifer, den Armen Seelen im Fegfeuer zu helfen. Wenn echte und wahre Liebe keine Grenzen kennt, dann konnte es auch bei einer Seele nicht anders sein, die in dieser Hinsicht den höchsten Grad der Vollkommenheit erreicht hatte. Wirklich waren ihre Bemühungen für die Armen Seelen ganz außerordentliche. Für alle insgesamt setzte sie sich ein durch fleißiges Gebet, durch Bußübungen und dadurch, daß sie Gott ihre großen äußeren und inneren Leiden für sie aufopferte. Wie sie es mit den Sündern hielt, so hatte sie auch unter den Armen Seelen immer eine einzelne, der sie ihre Hilfe in besonderem Maße zuwandte. Sie sagte: «Ja, leiden, leiden für die Sünder und in besonderer Weise für die Armen Seelen im Fegfeuer, vor allem aber für X...» (Tagebuch, 9. August, S. 53). Der Heiland selbst, der in seinem Mitleid doch so innig wünscht, diese gerechten Seelen zu sich in den Himmel aufzunehmen, ermutigte seine Dienerin in ihrem Bestreben und legte ihr immer neue Beweggründe zur Sühneleistung nahe.

Einmal schreibt Gemma: «Der Schutzengel hat mir gesagt, Jesus wolle mich heute abend etwas mehr leiden lassen, nämlich zwei Stunden lang, von 9 Uhr an, und zwar für eine Seele im Fegfeuer.» (Ebd.) Dieses Leiden war heftig und dauerte genau so lange, wie ihr gesagt worden war. Sie beschreibt es selbst mit folgenden Worten: «Ich fühlte einen ganz eigenartigen Kopfschmerz. Jede Bewegung, die ich machte, verursachte mir schreckliche Qualen.»

Der Himmel nahm die großmütige Sühne an und man darf vermuten, daß eine große Anzahl dieser noch im Fegfeuer leidenden Seelen Gemmas Vermittlung eine Verkürzung ihrer Läuterungszeit und die Aufnahme ins Paradies zu verdanken hatten.

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